Sportlich in den Mai
Zweiter Leipziger Bezirkssporttag in Wurzen

Sport frei, heißt es am 1. Mai. Der Leipziger Bezirkssporttag hat 50 Teilnehmer ins Stadion der Freundschaft in Wurzen gelockt. Kurz nach zehn Uhr werden die Stoppuhren gezückt und es knallt die Startklappe. Drei Altersklassen in vier Disziplinen - Auftakt für die Leichtathletik-Wettkämpfe! 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen stehen auf dem Plan. Kurz vor dem Mittag dann die Königsdisziplin: eine Stadionrunde in hohem Tempo, die knüppelharten 400 Meter. Auch wenn dem ein oder anderen am Ende die Puste ausgeht, stellen sich Teilnehmer aus allen Altersgruppen dieser Herausforderungen. Selbst die Kleinsten drehen eine Runde mit Laufrad und Fahrrad, angefeuert und unterstützt von ihren Vätern und den Fans am Streckenrand.

Zum Glück ist am Nachmittag bei allen Sportlern noch ein wenig Kraft übrig. Denn jetzt stehen die ganz und gar außergewöhnlichen Disziplinen an. Zum Beispiel das Sommerbiathlon. Und das geht so: statt eines Luftgewehrs gibt es am „Schießstand“ in Wurzen für den stehenden Anschlag eine Wasserspritzpistole, die zunächst in einem dafür bereit gestellten Wassereimer aufgeladen werden muss. Nach einem kleinen Hindernisparcours, der mit Absperrband markiert ist, wie man es von der Baustelle kennt, folgt der liegende Anschlag. Auch hier suchen die „Biathleten“ das Luftgewehr vergeblich. Stattdessen liegt eine selbstgebastelte Erbsenpistole bereit, die auf leere Konservendosen abgefeuert wird.

Wer das schon außergewöhnlich fand, dürfte kurze Zeit später nicht schlecht gestaunt haben. Denn plötzlich stehen alle auf einer Decke und die Aufgabe lautet, diese einmal umzudrehen, ohne das auch nur ein einziges Gruppenmitglied mit seinem Fuß den Rasen berührt. Geschick verlangt auch die Murmelstation. Hier sollen so viele Murmeln wie möglich transportiert werden. Dazu müssen sie durch eine Führungsschiene gerollt werden. Fällt eine Kugel zu Boden, beginnt ihre Reise von vorn. Klar, dass solche Aufgaben nur mit guter Absprache und Teamgeist zu meistern sind. „Das war auch das, was wir erreichen wollten, dass alle sich besser kennen lernen“, sagt René Nadolny. Zusammen mit Tobias Müller ist er maßgeblich für die Organisation des Tages verantwortlich.

Spätestens bei dem Versuch einen Tennisball mithilfe einer Seilkonstruktion zu transportieren, die von allen Gruppenmitgliedern straff gehalten werden muss, zeigt sich, was man zusammen erreichen kann. Denn dieses Spiel ist Herausforderung pur, auch weil das Gelände uneben ist und allen Teilnehmern vor dem Spielstart die Augen verbunden werden. Das heißt allen bis auf einen. Der muss den Durchblick behalten und möglichst genaue Anweisungen geben, damit es das Team schafft den Tennisball von A nach B zu transportieren, ohne dass er zu Boden fällt.

Richtig viel Kraft ist dann noch einmal am „Säure-See“ gefragt. Hier muss die Mannschaft ein Seil so straff halten, dass sich ein möglichst leichtes Teammitglied daran entlang hangeln kann. Den Boden berühren darf er oder sie dabei nicht. Bis zu Mitte des „Säure-Sees“ muss gehangelt werden, dort dann so schnell wie möglich eine Murmel eingesammelt und diese wohlbehalten ans Ufer zurückgebracht werden.

Wie gut das die letzte Aufgabe des Tages eher etwas mit Kreativität und Geschicklichkeit zu tun hat, als mit Kraft und Ausdauer. Denn der ein oder andere Muskelkater wirft bereits seine Schatten voraus, als die Stationsbetreuer die letzte Aufgabenstellung erklären. Jede Gruppe bekommt Strohalme, Klebeband und eine Schere. Damit soll ein Ei so gepolstert werden, dass es einen Sturz von einer meterhohen Bockleiter unbeschadet überstehen kann. Die Entwürfe fallen dabei ziemlich unterschiedlich aus. Ob Stern, Kreuz, Ball oder Vogelnest - der Erfolg stellt sich aber überall ein. Die Konstruktionen halten, was sie versprechen. Kein Ei geht zu Bruch.

Am Ende springt ein ganz knapper Tagessieg für Team eins heraus, das gerade mal einen Punkt Vorsprung auf Platz zwei hat. Gewinner sind letztendlich aber alle. Entweder weil man wieder einmal ein paar Freunde getroffen hat, neue Freunde kennen gelernt hat, sich zu einer körperlichen Herausforderung überwunden oder aber ein paar überschüssiges Kalorien verbrannt hat. So oder so, am Ende gibt es Applaus für die Organisatoren und alle Helfer. Und: Bezirksältester Thomas Cramer packt stellvertretend für alle einen Wunsch in Wort: dass es auch im nächsten Jahr wieder einen Bezirkssporttag geben soll.