O Jesu, meine Sonne

Am vergangenen Sonntag erlebte die Gemeinde Leipzig-Mitte gemeinsam mit geladenen Gemeinden des Kirchenbezirkes Leipzig den Festgottesdienst mit Bezirksapostel Rüdiger Krause.

Dem Gottesdienst lag ein Bibelvers aus Johannes 8,12 zugrunde:

"Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."

Nach der Verlesung des Bibelwortes sang der Chor das Lied Nr. 109 aus dem Chorbuch "Heute, heute", worauf der Bezirksapostel in seiner Predigt unmittelbar einging. Dazu verwendete er zur Anschauung ein Phänomen des Alltags. Direkt nach dem Betanken des Autos steigt die Reichweite auf der Anzeige zunächst an. Doch nach einer gewissen Fahrtstrecke sinkt diese wieder deutlich ab. Man sei dann sozusagen wieder in der Realität angekommen. Er verwies auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dieser lebte zunächst auch mit der Überzeugung des bleibenden Überflusses, nachdem er seinen Vater verlassen hatte. Doch irgendwann kippte das und er kam in der Realität an. Der Bezirksapostel rief die Gemeinde dazu auf, dem Vorbild des zu seinem Vater zurückkehrenden Sohnes zu folgen: "Der hat das 'Heute' in rechter Weise erkannt. Er kam zurück." Dies sei eine Aufforderung an jene, die sich von Gott abgewandt haben, umzukehren. "Du bist hochwillkommen. Freuen wir uns über jeden, der da ist, der wieder gekommen ist." Nicht den Vollkommenen, sondern denjenigen, die die göttlichen Gnadenangebote angenommen haben, gelte die göttliche Verheißung. Anschließend leitete der Bezirksapostel zu Johannes 8,12 über.

Das Bibelwort entstammt der Predigt Jesu während des Laubhüttenfestes, einem der drei Hauptfeste des Volkes Israel, bei dem die Festbeleuchtung des Tempels in Jerusalem die gesamte Umgebung hell erstrahlte. Jesus kam zu diesem Fest und lehrte das Volk, dass er das wahre Licht, der Sohn Gottes ist, so der Bezirksapostel. "Er predigte gewaltig auf dem Fest. Er predigte dort die frohe Botschaft." Der Bezirksapostel betonte, dass Jesus sich trotz der Widerstände seitens der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht aufhalten ließ. Schließlich verdeutlichte seine Anwesenheit und seine Botschaft, dass Gott gegenwärtig unter seinem Volk ist.

Es mag sein, dass das Erscheinen Jesu nicht sofort zu einer Verbesserung der irdischen Lebensumstände geführt hat. Doch dieses Licht, Jesus Christus, leuchte in die Jahrhunderte und Kulturen hinein. "Heute leuchtet das Licht des Evangeliums überall auf allen Marktplätzen. Die Kraft des Lichtes ist nicht genommen." Der Bezirksapostel unterstrich das göttliche Prinzip: "Das Licht Gottes hat Bestand. Nun gilt es, diesem Licht nachzufolgen". Die Absicht Satans sei es, uns zu verführen und von dieser Nachfolge abzubringen. Sein uraltes Werkzeug, die Lüge von Eden, benutze er auch heute nach wie vor: 'du wirst so sein wie Gott'. So sei es nicht verwunderlich, dass des Resultat aus dem vergeblichen menschlichen Bemühen Unfriede und Mord auf dieser Welt ist.
Doch gerade in dieser Finsternis leuchte das Licht Jesu Christi und gibt uns Orientierung und Sicherheit, so der Bezirksapostel.

"Wir schauen nicht so weit in die Zukunft. Deshalb muss es Nachfolge sein. Dem Licht folgen." Der Bezirksapostel machte deutlich, dass wir auch als Sünder Orientierung im Heilsplan Gottes haben können, wenn wir sein Gnadenangebot annehmen. "Gottes Erlösungsplan steht. Die Zukunft ist kein dunkles Fenster. Es ist ausgeleuchtet. ER gibt uns Orientierung. "Dem Licht zu folgen, sei auch mit Freude und Zuversicht verbunden. Dabei verwies der Bezirksapostel wieder auf die Umkehr des verlorenen Sohnes: "Egal, welche Sünde du dir aufgeladen hast, du bist nicht verloren. Du bist nicht zu klein oder unwichtig für den großen Gott. Wir als Gotteskinder, als Christen gehen auch durch dunkle Phasen. Auch denjenigen gilt dieses ICH-BIN-Wort." Der Bezirksapostel wies darauf hin, dass dort, wo Licht ist, auch Sicherheit sei und Gott uns so viel unseres Weges ausleuchten wird, wie wir brauchen.

In seinem Predigtbeitrag ging Apostel Jens Korbien zunächst auf die Strahlkraft des göttlichen Lichts in den Herzen der Kinder Gottes ein. "Das Licht Jesu Christi ist nicht fern. Wir tragen es in uns. Wir sind vom Herrn erfüllt." Anschließend griff er das Bild der Sonne auf. Von ihr komme das Licht, dass uns Leben ermöglicht. Dieses Licht sei verlässlich und könne nicht von uns einfach gedimmt, gelöscht oder angeknipst werden. "Die Sonne entzieht sich unserem Einfluss. Sie bleibt davon unbeeindruckt, sie ist verlässlich. So ist Jesus!" Der Apostel wies darauf hin, dass wir zu oft nur an die Segnungen Gottes in der Zukunft denken. Natürlich sei dies ein fundamentaler Bestandteil des christlichen Glaubens. Aber häufig würden wir nicht verstehen, wie reich, wie lichtdurchflutet unser Wandel im Licht des Herrn sein kann. Wenn wir im Licht dieser Sonne, Jesus Christus wandeln, so der Apostel, dann dürfen wir erkennen, wie lichtdurchflutet und reich unser Leben wirklich ist. Bei der Wiederkunft Christi wird dieses Licht dann in aller Klarheit erstrahlen.

In seiner anschließenden Predigt nahm Bischof Thomas Matthes noch einmal Bezug auf das Bild der Tankstelle und fragte in die Gemeinde: "Hast du vollgetankt? Die Predigt hat in uns etwas hinterlassen." Er erinnerte sich an einen Glaubensbruder, der eher ein sporadischer Gottesdienstbesucher war und der mit der Einstellung lebte: "Ich habe noch genug Öl." Wieder an die Gemeinde gerichtet stellte der Bischof die persönliche Frage: "Wie weit reicht deine Energie? Fährst du schon im Sparmodus." Der Bischof versicherte, dass wir Gott vertrauen können: "Gott schenkt uns, was wir brauchen, bis zum nächsten Halt. Keine Sorge um die Zukunft!". Anschließend betonte der Bischof die Bedeutung der innigen Gemeinschaft mit Christus: "Lasst uns die Verbindung zum Licht halten. Das ist unsere Sicherheit."

Der Bezirksapostel verwies in seinem abschließenden Predigtteil auf seine Kindheit in der Großstadt. Seine Mutter hätte ihm immer darum gebeten, nach Hause zu kommen, wenn die großen Straßenlaternen angingen. Dies habe er gelegentlich ignoriert und nicht darauf reagiert. So wie die Mutter wolle uns auch Jesus bewahren. "Lasst uns im Hellen als Gemeinde nach Hause kommen und unsere Herzen nicht verstocken."
Bezirksapostel Krause ging darauf hin auf die Begebenheit von Zacharias und Elisabeth ein, deren Kinderwunsch durch die Ankündigung des Engels beantwortet wurde. Doch Zacharias zweifelte. Die Folge seiner mangelnden Sicht, so der Bezirksapostel, war die Verstummung bis zur Erfüllung dessen, was der Herr gesagt hatte. "Glauben wir dem Herrn, auch wenn es unwahrscheinlich erscheint!"

Im Vorbereitung auf Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl nahm der Bezirksapostel erneut Bezug auf das Bild der Sonne. Wir dürfen Sündenvergebung empfangen aufgrund der immerwährenden Liebessonne Jesus Christus. "Der Herr leuchtet uns den Weg mit seiner Liebe und Gnade aus." Die Buße und Umkehr sei aber eine wichtige Voraussetzung: "Buße und Umker müssen wir strategisch planen, ebenso wie wir einen Plan haben zu sündigen." Letzteres äußere sich in bewussten und unbewussten Vertuschungshandlungen. Doch wir sollten, so der Bezirksapostel, ins Licht Gottes treten und ausleuchten lassen, was gut und schlecht ist.