Was tut Jesus für uns?

Gemeinsam mit den Jugendlichen der Bezirke Dresden, Leipzig und Torgau feierte Bischof Thomas Matthes am 14. Januar in Torgau den Jugendauftaktgottesdienst für das Jahr 2024. Die vielen bunt gemischten Musiker*innen mussten sich erst einmal finden. Dafür gab es vor dem Gottesdienst eine kurze Chorprobe.

Dann war es soweit. Mit dem Eingangslied (Nr. 353) betrat der Bischof den Altar. Als Thema für die Wortverkündigung verwendete er einen Vers aus Matthäus 20, 32: „Jesus aber blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich für euch tun soll?

Der Augenblick, als das Eingangslied gesungen wurde, habe ihn eigenartig berührt, so der Bischof. „Jesus, ‚ich bin dein und du bist mein, ich will keines andern sein.‘ Keine Ausschlusskriterien, keine Variante, wo etwas offenbleibt als Fluchtmöglichkeit. Welch ein schöner Auftakt für 2024.“ Ein guter Auftakt sei wichtig, beispielsweise in der Musik. Davon hänge das gesamte Stück ab. Auch bei Neuanfängen im Leben (Schulwechsel, Studium, ein neuer Arbeitsplatz) muss man sich erst einfinden. Wie kann das gelingen? „Wir wollen das Gute fortsetzen, das Gebet, die Gemeinschaft, uns integrieren in das Ganze, denn Jesus gibt den Auftakt vor.“

Nach der Bibellesung aus Matthäus 20, 29-34, die von Lisa aus der Gemeinde Radebeul vorgetragen wurde, ging der Bischof auf den Kontext ein. Die zwei blinden Männer suchten Hilfe und sie glaubten fest daran, dass Jesus ihnen helfen kann. Sie wussten, dass er jetzt vorbeikommt und sie nur diese eine Chance hatten. Daher riefen sie umso lauter. Andere machten ihnen Vorwürfe: „Macht doch nicht so viel Lärm!“ Heute erleben wir, dass die Christenheit immer weniger wird. Wie reagieren wir? „Wir wollen uns zu Jesus bekennen, nicht erschrocken und ängstlich sein oder gar zurückweichen“, so der Bischof. In unserem Glaubensleben dürfe es auch mal laut werden.

Weiterhin riet er den Jugendlichen, sich zu hinterfragen: „Sehen wir noch alles deutlich oder berührt uns das Wort gar nicht mehr? Haben wir ein klares Bild von uns? Sehen wir unsere Fehler und Schwächen oder sind wir innerlich blind? Wir können Jesus in unseren Gebeten um Hilfe bitten, dass er uns von unserer Blindheit heilt, dass er uns eine gute Sehensweise schenkt auf uns und andere.“

Wir können dann erleben, dass Jesus stehen bleibt und uns wahrnimmt. Er weiß, wie es uns geht und nimmt sich Zeit für jeden einzelnen. Er wartet auf uns und hat Geduld, denn er ist ohne Zeit und Raum. Jesus ist aber kein Wunscherfüller. Er gibt das, was wir in unserer Situation benötigen, auch wenn wir vielleicht andere Vorstellungen hatten. So begleitet er uns durchs Leben. „Nehmen wir das an. Bitten wir auch um Verständnis für seinen Plan und seine Gedanken.“ Der Geist Gottes gibt uns Antworten und hilft, dass wir in dieser Blickrichtung auf Jesus bleiben.

Nach der Predigt des Bischofs wurden Jugendseelsorger*innen aus den drei Bezirken zu einer Wortzugabe gerufen. Diakonin Caroline Golatowski (Torgau) erwähnte, dass sie am Morgen eine aufmunternde Nachricht bekommen habe: „Kopf aus, Herz an!“ Um Antworten auf die Frage zu finden, was Jesus für uns tun kann, müssen wir beten und unser Herz öffnen. „Dann sehen wir Zeichen von Jesus, wie er uns hilft.“

Priester René Nadolny (Leipzig) stellte die Frage: „Was ist Jesus für dich? Ein Erfüllungsgehilfe, der alle meine Wünsche erfüllt, der mein Leiden, meine Krankheit heilt oder ist er der, der mir hilft damit zurechtzukommen?“ Priester Tobias Schäfer (Dresden) sagte: „Um unserem Nächsten etwas Gutes zu tun, müssen wir ihn erst einmal kennen und wahrnehmen.“ Außerdem betonte er: „Den Wunsch nach Frieden für alle Menschen kann nur Jesus erfüllen!“

Im weiteren Verlauf wurde Priester Marcel Malle von seinem Auftrag als Jugendseelsorger entlastet. Er war 20 Jahre in dieser Aufgabe im Bezirk Torgau für die Gemeinden Falkenberg und Herzberg tätig. Nach dem Gottesdienst folgte ein Quiz, welches die Dresdner vorbereitet hatten. Gemeinschaft pflegten die Jugendlichen dann noch beim Verzehr der mitgebrachten Speisen, einem Fotorückblick zum Jugendtag 2023, Tischtennisspielen oder spontanem Singen.