Herzlich willkommen in der Jugend!

In Leipzig-Mitte fanden am Sonntag, den 19. April der Jugendgottesdienst und die letzte Konfirmandenstunde für die Kirchenbezirke Halle und Leipzig statt. Für die Konfirmanden war es ein Vorgeschmack auf den kommenden Lebensabschnitt und für die Jugendlichen eine gute Gelegenheit, ihre neuen Freunde willkommen zu heißen.

Der Gottesdienst wurde von Bezirksältesten Thomas Cramer gehalten. Als Grundlage diente das Bibelwort 1. Korinther 13, 10:

„Wenn aber kommen wird der Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.“

In seiner Predigt arbeitete Bezirksältester Cramer den Gegensatz zwischen menschlicher Perfektion und göttlicher Vollkommenheit heraus. Alles, was der Mensch anfange, und sei es noch so ambitioniert, müsse immer Stückwerk bleiben, sagte er. Am Beispiel eines Menschen, der in einen Spiegel blickt, verdeutlichte der Bezirksälteste, dass es Gottes Liebe und das Opfer in Christus sind, die den Menschen erlösen, und nicht menschliches Streben nach Perfektion. „Du musst nicht perfekt sein, um vollkommen zu werden“, machte er den Zuhörern Mut.

Beim Brunch nach dem Gottesdienst, inzwischen eine Tradition bei Jugendgottesdiensten im Raum Halle/Leipzig, gab es erste schüchterne Annäherungen zwischen den Konfirmanden, die mit ihren Eltern am Gottesdienst teilgenommen hatten, und den Jugendlichen. Nur wenige Stunden später würde man sich schon viel besser kennen.

Dafür sorgten die Erlebnisse während der Feierstunde, die als letzte Konfirmandenstunde ganz auf das Miteinander ausgelegt war. Zunächst wurden die zehn anwesenden Konfirmanden nach vorn gerufen und vorgestellt. Dann traten Jugendliche an ihre Seite, die jeweils einen von ihnen an die Hand nahmen. Bunt gemischt saßen sie nun im kleinen Saal in Leipzig-Mitte nebeneinander und lauschten einem Vortrag der Priester Heiko Stephan und Olaf Witschas, den Beauftragen für die Kinderseelsorge in Halle und Leipzig. Sie sprachen über die Bedeutung der Konfirmation. Danach startete das Bibelquiz. Bei den 12 Fragen brauchte keiner der Konfirmanden Angst vor Wissenslücken haben. Denn jedes der Mädchen und Jungen hatte ja einen „Joker“ neben sich sitzen. Die Anfangsbuchstaben der Antworten bildeten die gesuchte Redewendung. Dafür waren die Buchstaben aber erst in die richtige Reihenfolge zu bringen. Bis das allerdings soweit war, mussten sich alle ein wenig gedulden. Denn als nächster Programmpunkt folgte ein kleines Musiktheater, bei dem ein Kind an der Schwelle zur Jugend im Mittelpunkt stand und ganz am Ende eine symbolische Tür durchschritt. „Woher weiß ich, wohin ich gehen soll?“ oder „Wie lebt man eigentlich als Christ?“ sind Fragen, die sicherlich bei den Konfirmanden gerade hochaktuell sind. Antworten lieferten die „erfahrenen“ Jugendlichen musikalisch. Dazu hatten sich drei Schauspieler und ein Jugendchor vorbereitet, die mit der kleinen Darbietung die Konfirmanden mit Worten und Musik im Kreis der Jugend begrüßten.

Und dann war es soweit, das große Finale, die Auflösung des Rätsels. Aus den Anfangsbuchstaben der Antworten des Bibelquiz' hatten die angehenden Jugendlichen schnell die Redewendung „dem Ruf Jesu folgen“ erraten. Und da war es wieder: das Motto, das den ganzen Tag bestimmt hatte, und das, so bleibt zu hoffen, auch der rote Faden sein wird, der sich durch das Leben der Konfirmanden des Jahrgangs 2015 ziehen wird.