Musikalisches Feuerwerk als Einstimmung auf den IKT

Rund 650 Besucher erlebten am Samstagabend die erste von drei Aufführungen des Oratoriums „David – Sänger, König und Poet“ von Klaus Heizmann durch ein Konzertensemble der NAK Mitteldeutschland. 160 Musiker boten beim Premierenkonzert einen knapp zweistündigen Musikgenuss. Am kommenden Freitag reisen die Musiker dann nach München, wo sie das David-Oratorium beim Internationalen Kirchentag vor Zuhörern aus der ganzen Welt aufführen wollen.

„Es kommen heute viele Leute. Ich bin bereit, ein Feuerwerk abzubrennen“, sagte Dirigent Manuel Helmeke kurz vor Konzertbeginn. Er sollte Recht behalten. Denn die Paul-Gerhard-Kirche im Leipziger Süden war an jenem Abend so gut besucht, dass einige sogar stehen mussten. Als die Besucher sich dann nach knapp zwei Stunden erhoben und solange applaudierten, bis der Dirigent sich noch einmal vor seinem Ensemble aufbaute und eine Zugabe anstimmte, hatte sich auch die zweite Hoffnung erfüllt. Entsprechend erleichtert, euphorisiert und glücklich zeigte sich der Dirigent nach dem Konzert. „Stimmungsmäßig war das besser als alles, was wir bisher in den Proben hatten. Es ist unglaublich, was die Sänger mit ihren Blicken für Emotionen transportiert haben. Manche hatten an einigen Stellen sogar Tränen in den Augen.“

Diese Stimmung, so der Eindruck, ist während des Konzerts auch auf die Zuhörer übergesprungen. „Ich habe mir schon andere Oratorien angehört, die sind dann irgendwann auch mal langatmig geworden. Aber heute gab es nicht einen Moment, wo man hätte einschlafen können“, sagte Stephan L. Der Wechsel aus ruhigen Stücken, gewaltigen Chorälen, aber auch beschwingten Passagen wie dem Lied „Du bist meine Stärke“, bei dem etliche Sänger mittanzten, schuf eine „Gänsehautstimmung, ähnlich wie beim Europa-Jugendtag“, beschreibt er seinen Höreindruck.

Inhaltlich widmet sich das Oratorium „David – Sänger, König und Poet“ von Klaus Heizmann ganz dem Leben des Königs David. Sprecherin Alexandra Maaß rezitierte Geschichten aus dem Leben des Königs und Richard Bartels trug dazu passende Psalmen vor. Daraus entwickelten sich dann die Lieder, die von den beiden Gesangssolisten Marie Henriette Reinhold und Philipp Jekal und dem Chor vorgetragen wurden. „Diese Kombination aus Gesang und gesprochenem Wort hat die Bibelstellen sehr lebendig gemacht und mir dadurch den König David näher gebracht“, sagte Konzertbesucherin Angelika L. „Es ist bemerkenswert: David war ein Gesalbter des Herrn und wurde trotzdem mehrfach verfolgt. Insofern ist die Geschichte, die wir heute Abend gehört haben, auch ein Trost für uns und unser eigenes Leben“, ergänzte Gerald L.

Seit einem Jahr waren die Musiker einmal im Monat zu einer mehrstündigen Probe zusammengekommen. Als am Samstagabend gegen 19.30 Uhr die ersten Töne erklangen, hatte das Ensemble gerade eine dreitägige Intensivprobenphase hinter sich. In diesen letzten Stunden vor dem Konzert hatte sich gezeigt: Hier ist etwas gewachsen, das über die Musik hinaus geht. Menschen aus verschiedenen Regionen Mitteldeutschlands, die sich zum Teil vorher nicht kannten, sind zu einer Gemeinschaft geworden.

„Als wir am Donnerstag und am Freitag zum ersten Mal mit dem Orchester und den Solisten geprobt haben, gab es nach manchen Stücken Szenenapplaus, weil die Musik so toll ist, aber auch vor Freude, weil wir jetzt endlich alle zusammen musizieren, weil jetzt jedes Rad in das andere greift und wir gemeinsam auf der Zielgeraden angekommen sind“, sagte ein Sänger. „Ich könnte einfach jeden einzelnen Teilnehmer umarmen“, sagte Christiane S., deren Kinder im Chor mitsingen. „Was hier an Herzblut in dieses Projekt investiert wurde, ist einfach unglaublich.“

Das Ergebnis dieser Anstrengung „war eine gute Einstimmung auf den Internationalen Kirchentag“, sagte Gerald L. „Nach diesem Konzert schaffen wir die wenigen Tage auch noch, bis es endlich losgeht.“ Neben den erwarteten 40.000 Besuchern werden sich auch die 160 Musiker aus Mitteldeutschland in drei Tagen auf den Weg nach München machen. Am Freitagabend, so haben sie es sich vorgenommen, wollen sie um 20.30 Uhr in der großen Olympiahalle, die 12.500 Besuchern Platz bietet, noch einmal das Gleiche tun wie am vergangenen Samstag: ein musikalisches Feuerwerk anzünden.