Vorstehertag 2010 - "Plagwitzer geht´s nicht!"

Der Vormittag war vom Gottesdienst gemeinsam mit der Gemeinde Leipzig-Plagwitz bestimmt, der Nachmittag von einer Stadtführung, bei der sich vielfältige und neue Blicke auf diesen ehemaligen Industriestadtteil eröffneten.

Am 27. Juni 2010 war wieder einmal Vorstehertag im Kirchenbezirk Leipzig. Diesmal trafen sich alle Vorsteher und die Bezirksbeauftragten in der Gemeinde Leipzig-Plagwitz. Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf den Entschlafenengottesdienst.

Bezirksältester Kleine führte aus, dass die Seelen im Jenseits viel Hilfe und Unterstützung benötigen. Dazu müssen auch manches Mal Hindernisse überwunden werden. Um Heilung zu erlangen, wurde damals ein Gelähmter durch das Dach eines Hauses zu Jesus herabgelassen.

Wenn alle Vorsteher zusammenkommen, ist es gar nicht so einfach, die Mitdienenden auszuwählen, so der Bezirksälteste. Die Wahl fiel auf den dienstältesten und den dienstjüngsten Vorsteher, Hirten Neumann aus der Gemeinde Delitzsch und Evangelist Weiß, Vorsteher der Gastgebergemeinde. Anschließend wurde der dienstjüngste Hirte, Hirte Müller aus Wurzen, zum Mitdienen gerufen. Dieser verwies auf die besondere "Energie" und die damit verbundene Hilfe, wenn alle Vorsteher und die Gemeinde in der Fürbitte für unerlöste Seelen eintreten. Danach folgte Evangelist Rudolph aus der Gemeinde Markranstädt.

Der Gottesdienst wurde auf vielfältige Art und Weise musikalisch umrahmt und gestaltet. So spielte das Orchester und der Jugendchor, der Kinderchor sowie der Gemeindechor boten ein umfangreiches Repertoire. Zum Abschluss erfreute der Jugendchor alle mit dem Gospel "Good News, Chariots coming", bei dem auch so manche Fußspitze mit wippte.

Nach dem Gottesdienst ging es zu Fuß zum "Kesselhaus". Hier wurde nicht etwa allen Dampf gemacht, sondern gemütlich im Freien Mittag gegessen. Die Sonne heizte dabei ordentlich ein. Da kam der kühlende Fahrtwind bei der anschließenden Rundfahrt mit dem Cabrio-Doppeldeckerbus gerade recht. Unter dem Motto "Plagwitzer geht's nicht!" ging es auf Entdeckungstour durch einen Leipziger Stadtteil, der einen großen Wandel hinter sich hat und in dem viel Neues entstanden ist.

Begonnen wurde bei den ehemaligen Buntgarnwerken mit etwas "Spinnerei". Dann ging es über die Könneritzbrücke. Bei der Überquerung war auch eine der beiden Leipziger Venezianischen Gondeln zu bewundern, zu der es einige Anekdoten zu hören gab. Durch einen kundigen Stadtführer wurde berichtet, dass es sich hierbei um umgebaute Trauergondeln handelt. Weiterhin erfuhr die Gruppe von den Schwierigkeiten, eine "Gondoliere-Fahrerlaubnis" zu erhalten, die es eigentlich gar nicht gibt. Ein besonderes Highlight der Tour wartete am Lindenauer Hafen: eine Fahrt mit der Museumsfeldbahn Lindenau. Diese ehemalige Kiesgrubenbahn kannte kaum einer der Anwesenden. Nach der kurzen Ausfahrt hielt der Bus am Plagwitzer Bahnhof, der einst der größte Güterbahnhof Europas war und es ging zu Fuß ein Stück in die alternative Szene. In den ehemaligen Industriekomplexen gibt es unterschiedlichste Nutzungskonzepte vom Eigenheim im Zollschuppen bis hin zum Grafitti-Paradies mit internationalem Ruf. Vorbei am "Ozeandampfer" aus der Vogelperspektive - der Konsum-Zentrale - ging die Fahrt zur Heilandskirche in der Erich-Zeigner Allee.

Hier gab es eine Begrüßung durch eine Gemeindevorsteherin. Diese gab einen kurzen Abriss der Geschichte der Heilandskirche. Das Besondere an der Kirche ist, dass in den achtziger Jahren nach mehreren Umbauten eine Zwischendecke in das Kirchenschiff eingezogen wurde, so dass Lagerräume für die Kulturgüter aus den dem Braunkohletagebau zum Opfer gefallenen Kirchen der Umgebung geschaffen werden konnten. Es gab einige interessante Fakten zur Gemeinde und einen Einblick in das Kirchenschiff mit seiner Sauer-Orgel.

Danach ging es zurück zu unserem Kirchengrundstück. Dort hatten fleißige Hände bereits den Tisch gedeckt und Kaffee und Kuchen warteten auf die Ausflügler. Aber auch die Fußballbegeisterten kamen nicht zu kurz. Pünktlich zum Anpfiff konnte sich, wer wollte, gemütlich mit einem Stück Kuchen vor die Leinwand setzen und dem Spiel Deutschland gegen England folgen.Ein interessanter Vorstehertag mit vielfältigen und verschiedensten "Plagwitzer Impressionen" ging zu Ende. Vielen Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben!