Gebärdenkurs in Sachsen/Thüringen

Seit Anfang Dezember 2005 treffen sich ca. 15 Glaubensgeschwister aus dem Raum Halle/Leipzig regelmäßig, um die Gebärdensprache zu erlernen. Sie werden unterrichtet von Schwester Nadin Lorenz aus Halle. Ziel des Kurses ist es, hörgeschädigte Glaubensgeschwister und Gäste in der Gebietskirche Sachsen/Thüringen zu betreuen.

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Wie man sich beim Sprechen "die Finger brechen" kann

Am Nikolaustag 2005 traf man sich erstmals zum Gebärdenkurs in der Kirche Taucha. Die erste Gebärde, die man kennenlernte, war "Glühwein", dann folgten das Fingeralphabet, Zahlen, Zeitangaben, Essen und Trinken, Familie und vieles mehr. Aus den anfangs wilden Gesten wurden schnell verständliche Worte. Einige verknoteten ihre Hände dabei so stark, dass man befürchten musste, sie würden sich die Finger brechen.

Der Kurs entwickelte sich zu einer lustigen Angelegenheit. Mit vielen Süßigkeiten und regelmäßigem Lachmuskeltraining wurden die Treffen am Dienstagabend für alle Teilnehmer zu einem wöchentlichen Höhepunkt.

In den ersten Wochen wurde nur unter Hörenden geübt. Deshalb war die Aufregung groß, als man zum ersten Mal in einem Gottesdienst mit hörgeschädigten Gästen zusammentraf. Aus diesen wurden aber schnell gute Freunde.

Mit Unterstützung von Bischof Knigge und weiteren Amtsbrüdern aus Niedersachsen wurden bei Gottesdiensten für Hörgeschädigte die Gebärden für kirchliche Begriffe erlernt.

Inzwischen sind die Kursteilnehmer in der Lage, die Lieder des Chores und das "Unser Vater" zu gebärden. Jeden Monat freut man sich auf die Gottesdienste für Hörgeschädigte und das anschließende Plaudern.

Grillen statt Fußball

Am 4. Juli 2006 fand das WM-Halbfinale Deutschland-Italien statt. Trotzdem trafen man sich zum Gebärdenkurs. Da er der letzte vor der Sommerpause war, sollte er etwas Besonderes sein. Deshalb hatte man hörgeschädigte Freunde nach Taucha eingeladen.

Jeder brachte etwas zu essen mit. Offizielle Sprache an diesem Abend war selbstverständlich die Gebärdensprache. Man musste feststellen, dass das Gebärden mit Essen in der Hand ganz schön schwierig sein kann... So hatte jeder seinen Spaß und das Fußballspiel war fast vergessen.

Ein Gebärdenchor für Leipzig

In Vorbereitung auf das diesjährige überregionale Hörgeschädigten-Treffen in Leipzig übt schon seit März ein Chor aus Teilnehmern des Gebärdenkurses und einigen weiteren Sängern aus dem Raum Leipzig/Halle.

Mit viel Freude und Fleiß wird alle zwei Wochen unter der Leitung von Nadin Lorenz geprobt. Die 16 Sänger werden den Gottesdienst am 17. September in der Kirche Leipzig-Mitte mit Liedern in lautsprachbegleitenden Gebärden mitgestalten. Sie hoffen, alle hörgeschädigten Gäste und Geschwister damit erfreuen zu können!