Bezirksapostel Rüdiger Krause in Leipzig -
Veränderungen im Bezirk und in der Gemeinde

Der Festgottesdienst mit Bezirksapostel Rüdiger Krause am Sonntag, 10. März 2019 in der Kirche Leipzig-Mitte war für die eingeladenen Gemeinden ein besonderer Höhepunkt, auf den sich alle schon lange gefreut hatten. Neben der Predigt und der Feier des Heiligen Abendmahls standen Heilige Versiegelung und mehrere Amtshandlungen auf dem Programm.

Der Bezirksapostel stellte sein Dienen unter das Bibelwort 2. Korinther 5, 17: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Im ersten Teil seiner Predigt sprach der Bezirksapostel davon, dass er über Nehemia nachgelesen habe. Nehemia war ein „Anpacker“. Trotz vieler Schwierigkeiten und gegen den Trend begann er, die Stadtmauern Jerusalems wieder aufzubauen. Viele Israeliten waren damals von Gott enttäuscht und meinten, Gott habe sie vergessen. Sie hatten sich mit ihrer Situation abgefunden und mit den Zeitverhältnissen arrangiert. Doch Nehemias Initiative zeigte Auswirkungen: „Und das Volk gewann neuen Mut zu arbeiten“ (Nehemia 3, aus 38).

Der Bezirksapostel zog eine Parallele zu unserer Zeit. Das Christentum spielt heute keine große Rolle mehr. Der Glaube an Gott schwindet zunehmend. Wir wollen uns nicht damit abfinden und uns auch nicht mit den Zeitverhältnissen arrangieren, sondern wie Nehemia gegen den Trend stellen. Wir glauben an den alten Gott und an Christus, den Erlöser, der wiederkommt. Auch wenn wir einmal niedergeschlagen sind, wollen wir weiter glauben, weiter für Gott arbeiten, weiter zu ihm beten und weiter Opfer für ihn bringen. Dann gewinnen wir wie damals die Israeliten neuen Mut.

Unsere Arbeit in Gottes Werk ist wie ein Bauen. Es erfolgt aus Liebe zu Gott und aus Liebe zum Nächsten. Gott ist der Baumeister. Die Amtsträger sind die von Gott in seine Kirche gesandte sichtbare Bauleitung. Damit ein Bauwerk gelingen kann, muss die gleiche Sprache gesprochen und die Bauleitung akzeptiert werden. Deshalb müssen wir alle immer wieder im Licht des Heiligen Geistes prüfen, ob unser Reden und Tun dem Geist Gottes entspringt.

Vor seinen Ausführungen zum Bibelwort verwies der Bezirksapostel auf Vers 7 von 2. Korinther 5. Dort heißt es: „Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.“ Warum die Geburt Jesu zum richtigen Zeitpunkt geschah, erschließt sich dem Verstand nicht. Das müssen wir glauben. Wir müssen auch glauben, dass Jesus zum richtigen Zeitpunkt wiederkommt. Und nur im Glauben lässt sich erfassen, wie sich der Herr heute offenbart.

„In Christus sein“ heißt, ihn als Mensch gewordenen Gott annehmen, heißt, getauft sein mit Wasser und Geist. Wer so in Christus ist, der ist eine neue Kreatur. Und diese neue Kreatur wächst, sie entwickelt sich weiter. Das ist unsere tägliche Herausforderung und ein hoher Anspruch. Deshalb sucht Christus immer wieder die Gemeinschaft mit uns. Wo sich zwei oder drei in seinem Namen versammeln, will er mitten unter ihnen sein (vgl. Matthäus 18, 20).

„Das Alte ist vergangen“: Das Alte meint niedergeschlagen sein, sich anpassen, sich mit den Zeitverhältnissen arrangieren, kaum Perspektive sehen. Es vergeht durch Aufbruch, d. h. sich öffnen für das Wirken des Geistes Gottes, Opfer bringen, von seinem Glauben erzählen, in seiner Gemeinde mitarbeiten, sich auf das Wiederkommen Christi freuen.

„Neues ist geworden“: Die Kraft des Geistes setzt in Bewegung. Vielleicht ist hier und da viel Beklagenswertes, große Trauer; der Herr schenkt Kraft zum Tragen, er führt weiter und lenkt auf das, was ewigen Bestand hat.

Zum Mitdienen rief der Bezirksapostel zunächst Bezirksevangelist Hans-Jürgen Poege und danach Priester Rainer Lippold.

Bezirksevangelist Poege unterstrich, dass Nehemia anpackte, etwas tat. Er baute die Stadtmauer wieder auf, und zwar auf den Fundamenten der alten. So wollen wir bei unserem Tun auf den Glaubensgrundlagen aufbauen, die wir gelernt haben. Dazu gehört das Danken. Wir wollen jeden Tag darüber nachdenken, was Gott uns an diesem Tag Gutes getan hat. Der Bezirksevangelist verwies auf Psalm 50, 14, wo es heißt: „Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde.“ Danken sei auch zukunftsorientiert, was in dem bekannten Wort zum Ausdruck komme: „Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Herzen des Gebers.“

Priester Lippold rief dazu auf, nach vorn zu schauen, zusammenzustehen, anzupacken, uns gegenseitig zu stützen, wenn jemand schwach wird. Wo sich die neue Kreatur so entfalte, dann strahle das auch nach außen und bewirke dort etwas.

Vor der Feier des Heiligen Abendmahles empfingen 8 Kinder durch den Bezirksapostel die Gabe des Heiligen Geistes.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahles versetzte der Bezirksapostel den Bezirksevangelisten Poege nach 42-jähriger Amtstätigkeit feierlich in den Ruhestand. Der Bezirksapostel bescheinigte ihm eine sehr gute Menschenkenntnis und die Fähigkeit, den Amtsbrüdern vorangehen und ihnen Rat geben zu können. Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Glauben und Klarheit hätten ihn dabei geprägt. Den anvertrauten Amtsbrüdern und Glaubensgeschwistern sei er ein Vorbild gewesen. Der Bezirksapostel dankte dem Bezirksevangelisten und seiner Familie und wünschte für die Zukunft Gottes Segen und viel Gutes.

Anschließend entlastete der Bezirksapostel den Hirten Gerd Barleben von dessen Vorsteherauftrag. Hirte Barleben hat der Gemeinde Leipzig-Mitte 10 Jahre als Vorsteher gedient und diese Aufgabe mit großer Gewissenhaftigkeit und Hingabe erfüllt. Wegen hoher beruflicher Anforderungen hat er nun um Entlastung von der Vorsteher-Aufgabe gebeten. Er wird aber weiterhin der Gemeinde als Hirte dienen. Der Bezirksapostel dankte dem Hirten und dessen Familie für alles in den zurückliegenden 10 Jahren Geleistete und wünschte für die Zukunft Gottes Segen in allen Lebensbereichen.

Zur Unterstützung des Bezirksältesten Thomas Cramer ordinierte der Bezirksapostel den bisherigen Priester Rainer Lippold zum Bezirksevangelisten. Priester Stephan Sperling aus der Gemeinde Leipzig-Mitte wurde zum Evangelisten ordiniert und als neuer Vorsteher beauftragt.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes erfolgte durch einen gemischten Chor aus den Sängern der eingeladenen Gemeinden, durch den Bezirksmännerchor, einen Jugendchor sowie durch den Kinderchor und das Orchester der Gemeinde Leipzig-Mitte.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ klang der Gottesdienst aus.