Diskussionsrunde mit dem Sprecher der NAK

Zum Thema „Gibt es eine neuapostolische Kommunikation?“ hatte die Studentengemeinde Halle (Saale) mit dem Bezirksältesten Peter Johanning aus Bielefeld den wohl kompetentesten Vertreter der NAK als Redner gewonnen.

Rund 30 interessierte Zuhörer hatten sich im Gemeindezentrum Halle versammelt. Nach kurzer Eröffnung des Treffens durch Bezirksvorsteher Günter Meistring begann der Sprecher der Neuapostolischen Kirche International (NAKI) mit seinem Vortrag, an dessen Beginn er die Bibelworte Lukas 12, 2.3 und Johannes 16, 25 stellte.

Seit 2001, so war zu hören, arbeitet ein Team der Kirche auf der Grundlage einer bestimmten Informationsstrategie entsprechend der Devise „Kirche will informieren“. Hier waren und sind die Schwerpunkte jeweils unterschiedlich gewichtet; nach außen, nach innen, zielgruppenorientiert, zeitlich strukturiert und dosiert. Dabei konnte Peter Johanning einerseits eine erfreuliche Entwicklung in Bezug auf Öffnung nach außen und Lehre nach innen in einem vergleichsweise kurzen Zeitrahmen aufzeigen, musste aber andererseits auch Pannen und Fehleinschätzungen im Bezug auf die Wirkmächtigkeit von Informationen im Zeitalter schneller Medien in ihrem Einfluss nach außen (Informationsabend zur Geschichte) oder auch nach innen (zielgruppen-orientierte Information zum Kirchenverständnis) eingestehen.

An dieser Stelle wurde der Mehrwert von Kommunikation gegenüber reiner Information deutlich. Auf den einführenden Vortrag folgte eine kommunikative Diskussionsrunde.

Ein Schwerpunkt: Das Verhältnis Gemeinde und Gemeindeleitung auf örtlicher Ebene zu Vertretern anderer Konfessionen („…ein Vorsteher sollte seine 'Amtskollegen' kennen“) bzw. zwischen Kirchenmitgliedern und Kirchenleitung auf globaler, speziell europäischer Ebene. Hier wurde deutlich, wie wichtig für die Information von oben nach unten die Rückkopplung von unten nach oben ist, damit sie nicht missglückt. Alle waren sich einig: „Lasst uns miteinander reden, Impulse aufnehmen und gemeinsam umsetzen, im Besonderen vor Ort.“

Hier forderte Peter Johanning mehr Unverkrampftheit und Gelassenheit ein, ebenso mehr Lernbereitschaft und weniger Resistenz auf allen Ebenen.

Ein zweiter Schwerpunkt: Die Aneignung von Wissen und Informationen, hier besonders von theologischem Grundwissen, durch Ausbau des Bildungsangebots innerhalb der Neuapostolischen Kirche („…die Kirche kann nicht in jeder Gemeinde eine 'Bibliothek' installieren“) und Nutzung des Angebots außerhalb an Universitäten und anderen Akademien. Peter Johanning ermunterte ausdrücklich dazu, diese Möglichkeiten zu nutzen und auch Theologie zu studieren. Dies wurde von der Studentengemeinde begrüßt.

Interessierte Gemeindemitglieder sollten hier besonders die kircheneigenen Angebote des Verlages Friedrich Bischoff zur Weiterbildung nutzen und auf das Angebot an Literatur zurückgreifen, was 2012 um den Katechismus erweitert werden wird. Der NAK-Sprecher bestätigte, dass dieser auch einigen Theologen außerhalb der NAK zur Einsichtnahme vorgelegt worden ist, um zu erfahren, ob dieses Werk den Anforderungen an einen Katechismus entspricht, die Lehre Jesu Christi jedermann verständlich zu machen.

Dem Bezirksältesten Johanning war es aber auch ein Anliegen, bei aller theologischen Diskussion auf das hinzuweisen, was bisher der Kernpunkt neuapostolischer Gemeindearbeit war und bleiben sollte: Die geschwisternahe Seelsorge. Das scheint im Moment etwas zu kurz zu kommen.

Auch nach der Veranstaltung bestand noch reichlich Gesprächsbedarf in kleineren Gruppen, dem sich der NAK-Sprecher gern stellte.

Insgesamt ein für alle Beteiligten fruchtbarer Verständigungsprozess, der den Mehrwert wechselseitiger Kommunikation gegenüber einseitiger Information, egal ob von oben nach unten oder umgekehrt, deutlich gemacht hat.