Nacht der Kirchen - Offene Türen in Leipzig-Plagwitz

Neben Leipzig-Mitte beteiligte sich 2007 mit Leipzig-Plagwitz eine weitere der fünf Leipziger Stadtgemeinden an dem alle zwei Jahre stattfindenden sakralen Großereignis "Nacht der Kirchen".

Das Kirchengebäude der Gemeinde Leipzig-Plagwitz hat eine besondere Beziehung zum Leipziger Maler, Grafiker und Bildhauer Max Klinger, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt: 1954 erwarb die Neuapostolische Kirche die ausgebombte Ruine seines Ateliers und baute sie dann zu einem Kirchengebäude um.

"Denn der Ort, wo du stehst ist heilig" - mit dieser biblischen Aussage begann die renommierte Kunsthistorikerin, Dr. Renate Hartleb, am Abend des 7. Juli 2007 in der Kirche Leipzig-Plagwitz ihren Vortrag. Sie ist begeisterte und begeisternde Forscherin auf den Spuren Max Klingers.

Frau Dr. Hartleb zeigte Modelle, Skizzen, Fotos und Briefe aus der Geschichte des Gebäudes. Da dies bei den zahlreichen Zuhörern auf reges Interesse stieß, wusste die Klinger-Forscherin noch von zahlreichen Besonderheiten der Lokalität zu berichten. So musste das damalige Atelier einen schiffbaren Wasserweg haben, damit die schweren Marmorblöcke herangeflößt werden konnten. Immerhin vollendete Klinger in der Karl-Heine-Straße 6 die weltberühmte Beethoven-Skulptur. Auch sollte die damals stadtferne Lage inmitten der Rosental-Haine neugierigen Blicken wehren. Doch auch hier schmunzelte man in der zweistündigen Gesprächsrunde, denn ein Zeppelin mit "Interessierten" überflog einst gern die Dachterrasse des Künstlers.

Umrahmt wurde der Abend durch exzellente Klänge von Orgel, Horn und Flügel. Fotos und Präsentationen gaben Einblick in eine lebendige Gemeinde. Bereichernde Gespräche im Kirchensaal, auf dem mit Fackeln gesäumten und einstens für Klingers Pferde-Droschken angelegten Weg oder auch einfach über den Gartenzaun mit den Nachbarn aus der Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten rundeten den gelungenen Abend ab.