Reise in die Vergangenheit - 60 Jahre Zwenkau

Die im Südraum Leipzigs gelegene Gemeinde Zwenkau nahm ihr 60-jähriges Gründungsjubiläum sowie das von Bezirksapostel Klingler ausgerufene "Jahr der Gemeinschaft" zum Anlass, nach ihren Wurzeln zu suchen. 

Bedingt durch den Tagebau und Gemeinde-Eingliederungen im Leipziger Umland nahm Zwenkau im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte Geschwister aus vier umliegenden Orten auf. Am Samstag, dem 31. Mai 2008 unternahmen über 50 Geschwister der Zwenkauer Gemeinde eine Busfahrt und erfuhren (im wortwörtlichen Sinne) die Chroniken der ehemaligen Gemeindestandorte.

Mit einem eigens für die Fahrt getexteten Lied auf den Lippen ging es zunächst zum alten Barockschloss Wiederau, dessen Räume die neuapostolischen Besucher nun mit Gesang und Hornklängen erfüllten. Direkt neben dem damaligen Versammlungsraum, einem prächtigen Saal mit kostbaren Deckengemälden, lebte sogar jahrzehntelang eine neuapostolische Familie. Übrigens komponierte Johann Sebastian Bach, angeregt durch einen Besuch im Schloss, die Kantate "Angenehmes Wiederau - freue dich in deinen Auen!".

In Groitzsch hielt der Bus am Gebäude, in dem früher unsere Gottesdienste abgehalten wurden und das jetzt ausschließlich als Wohnhaus genutzt wird. Am Grab des einstigen Vorstehers der Gemeinde stellte eine kurze Andacht eine schöne Verbindung zu den "Pionieren" in der Ewigkeit her.

Nach zwei Stunden tropisch-sommerlicher Fahrt stoppte der Bus an einem Café. Hier hatten die Geschwister genügend Zeit, um gemeinsame Erinnerungen aufzufrischen oder über Anekdoten aus der Vergangenheit zu schmunzeln.

Der zweite Teil der Reise führte zunächst in das durch sein modernes Kraftwerk berühmt gewordene Städtchen Böhlen, wo die Gottesdienststätte vor einigen Jahren abgerissen wurde.

Die drei Kirchenräume der ehemaligen Gemeinde Markkleeberg waren die vorletzten Stationen der (Wieder-)Entdeckungstour. In einem jetzt leer stehenden Saal konnte man an der früheren Altarwand noch Umrisse unseres Emblems erkennen. Ein kurzer Rückblick des ehemaligen Vorstehers und ein Lied, dirigiert vom ehemaligen Dirigenten, ließen für Viele schöne Erinnerungen wach werden.

Endstation der "Geschichtsexkursion" war natürlich Zwenkau, wo heute eine lebendige Gemeinde mit fast einhundert Mitgliedern, mit sieben Amtsträgern und einer aktiven Jugend zu finden ist. Viel Dankbarkeit im Herzen war vor allem auch bei den mitgereisten fünf Vorstehern, die gemeinsam mit ihren Geschwistern diese besondere Gemeindechronik "erfahren" konnten.