Letzter Gottesdienst in Engelsdorf

Am Sonntagnachmittag erlebte die Gemeinde Engelsdorf ihren letzten Gottesdienst. In diesem Gottesdienst, den der Bezirksapostel hielt, wurde der Vorsteher altersbedingt in den Ruhestand gesetzt. Der überwiegende Teil der Engelsdorfer Geschwister wurde in die Gemeinde Taucha integriert.

Nach fast 80-jähriger Gemeindegeschichte erlebte die Gemeinde Engelsdorf am Nachmittag des 14. Juni 2009 im Haus der Engelsdorfer Fahrzeugbau GmbH, wo sie sich seit 1999 zum Gottesdienst versammelte, ihren letzten Gottesdienst. Als Dienstleiter war der Bezirksapostel gekommen. Die Geschwister hatten sich gewünscht, dass sie der Bezirksapostel vor der Zusammenführung mit der Gemeinde Taucha noch einmal in ihrer Versammlungsstätte in Engelsdorf besucht.

Die Eingliederung der Gemeinde Engelsdorf in die Gemeinde Taucha ist langfristig vorbereitet worden. Bereits seit Jahren gibt es eine enge Zusammenarbeit der Jugend und der Senioren. Seit Beginn des neuen Unterrichtsjahres im April 2009 besuchen die Engelsdorfer Kinder den Religionsunterricht in Taucha. Den Ausschlag für den Termin der Zusammenführung gab die anstehende Ruhesetzung des Engelsdorfer Vorstehers Priester Lothar Wagner, der Anfang Juni 2009 sein 65. Lebensjahr vollendete. Alle Amtsträger und fast alle Geschwister der Gemeinde Engelsdorf wurden in die Gemeinde Taucha integriert.

Der Bezirksapostel legte seinem Dienen das Wort 1. Samuel 10,6 zugrunde:

"Und der Geist des Herrn wird über dich kommen, dass du mit ihnen in Verzückung gerätst; da wirst du umgewandelt und ein anderer Mensch werden."

Bezüglich der Tatsache, dass dieser Gottesdienst der letzte in Engelsdorf war, sprach der Bezirksapostel von zwei möglichen Sichtweisen. Die eine lautet: "Nun rollen wir auch hier die Fahne ein", die andere: "In jeder Veränderung liegt auch eine Chance." Dann richtete er an die Engelsdorfer Geschwister die Bitte: Dankbar zurückschauen, hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und sich in der neuen Gemeinde mit seinen Gaben einbringen.

Nachdem der Bezirksälteste Wolfgang Kleine einen kurzen Abriss der Gemeindegeschichte vorgelesen hatte, sprach der Bezirksapostel ein besonderes Dankgebet. Er dankte Gott für alles, was in der Gemeinde Engelsdorf bis zum Augenblick getan werden konnte, und bat um Segen für den nun anstehenden besonderen Schritt.

In seinen Ausführungen zum Textwort sagte der Bezirksapostel u.a., dass der Geist Gottes Menschen grundlegend verändern kann. Ein Beispiel ist Apostel Paulus. Die Begegnung mit Christus hat aus einem Gegner des Christentums ein Eiferer für den Herrn werden lassen. Aus einem Verfolger wurde ein Verfolgter. Der Mensch Saulus blieb derselbe, aber der Schwerpunkt seines Lebens veränderte sich völlig.

Auch uns verändert der Geist Gottes: Er schafft Menschen des Glaubens, Menschen des Friedens, Menschen der Hoffnung. Beispiele sind Abraham - der war ein Mensch des Glaubens und des Friedens - sowie der Priester Simeon - ein Mensch der Hoffnung.

Glauben heiße für ihn, so der Bezirksapostel: Mein Leben liegt ganz in der Hand Gottes. Und: alles aus Gottes Hand nehmen, alles in Gottes Hand legen und alles in Gottes Hand lassen.

Priester Lothar Wagner, Evangelist Eckhard Nadolny - Vorsteher der Gemeinde Taucha - und Bischof Thomas Matthes dienten mit.Nach der Feier des Heiligen Abendmahls versetzte der Bezirksapostel Priester Wagner feierlich in den Ruhestand; die beiden Priester und die beiden Diakone der Gemeinde Engelsdorf bestätigte er für die Gemeinde Taucha in ihrem Amt.