Höhepunkt für die Gemeinde Leipzig-Plagwitz

Die Ruhesetzung des Vorstehers und eine goldene Hochzeit waren der Anlass für den Besuch des Apostels in der Gemeinde Leipzig-Plagwitz.

Der Festgottesdienst mit Apostel Bimberg am 16. August 2009 war für die Gemeinde Leipzig-Plagwitz von besonderer Bedeutung, trat doch der langjährige Vorsteher Hirte Gunter Müller an diesem Tag in den Ruhestand. Seinem Dienen legte der Apostel das Wort Markus 12, Vers 17 zu Grunde:

Da sprach Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie wunderten sich über ihn.

Zunächst ging der Apostel auf das vom Chor vorgetragene Lied ein "Sind wir nicht aus Gottes Geist geboren". Im Refrain heißt es "Wie selig ist's ein Gotteskind zu sein". Ein Gotteskind ist ein von Gott gesegneter Mensch. Gott hat uns erwählt und hat uns ein wunderbares Ziel gegebenen. Der Apostel stellte nun die Frage, woran man an uns erkennen könne, dass wir die Gesegneten Gottes sind. Die Gesegneten erkennen die Führung Gottes im persönlichen Leben. In allem, was zu durchleben ist, ist es wichtig, auf den ganzen von Gott bereiteten Weg zu schauen. Dankbarkeit und Freude mögen Grundstimmung in unserem Herzen sein. Dies seien die Zeichen, an der die von Gott Gesegneten zu erkennen sind.

Dann wandte sich der Apostel dem vorgelesen Textwort zu. Er führte aus, dass die darin enthaltene Aussage des Gottessohnes eine sehr weise Antwort auf die Frage der Schriftgelehrten war, ob es denn rechtmäßig sei, dem römischen Kaiser Tribut zu zahlen. Der Apostel übertrug dieses auf unsere heutige Zeit und stellte heraus, dass es auch heute erforderlich ist, dass ein jeder seine bürgerlichen Pflichten vorbildlich erfüllt. Daneben ist es jedoch wichtig, wie es im Textwort zum Ausdruck kommt, Gott das zu geben, was dem Allmächtigen gebührt. Hierzu soll uns die Erkenntnis dienen, dass von Gott alles ausgeht, was wir im Geistlichen und Natürlichen haben können. Tragen wir dies so in unserem Herzen, geben wir ihm gerne, was ihm gebührt. Dazu gehört:

  • Gott zu ehren mit unserem Wandel,
  • Gott zu danken in Wort und Werk,
  • Gott zu dienen mit unseren Gaben,
  • Gott zu lieben mit ganzem Herzen und
  • Gottes Nähe zu suchen.

Der Apostel bat Hirte Gunter Müller, noch einmal der Gemeinde zu dienen. In seinen Worten wies der Vorsteher auf das vorgetragene Lied des Chores "Immer mutig vorwärts" hin. Mutig können wir nach vorn schauen, denn Gottes Kraft wird uns immer wieder zuteil. Nötig für mutiges Voranschreiten ist das Vertrauen in Gottes Führung, so der Vorsteher. In allem hilft uns die Gabe des Geistes, der ja ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit ist. Gehen wir den von Gott gelegten Weg in diesem Bewusstsein weiter, wird göttlicher Segen mit uns sein.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls für die Gemeinde feierte der Apostel das Abendmahl für die Entschlafenen. Eine besondere Andacht und Heiligung der Gemeinde war spürbar. Der sich anschließende Vortrag am Flügel "Seh'n wir uns wohl einmal wieder" (GB 422) ließ diesen heiligen Moment feierlich zum Abschluss kommen und schuf innere Bewegung und Ergriffenheit in der Gemeinde.

Als Nächstes bat der Apostel das goldene Paar Horst und Inge Lehmann an den Altar. Priester i.R. Horst Lehmann diente viele Jahre (von 1970 bis 1991) der Gemeinde Leipzig-Thekla als Vorsteher. Viele ehemalige Theklaer Geschwister waren im Gottesdienst mit anwesend und bekundeten auf diese Weise ihre Verbundenheit. Der Chor erfüllte dem goldenen Paar mit dem Lied "Du hast so wunderbare Wege" einen Wunsch, beschreibt doch das Lied trefflich die Erfahrungen, die die Geschwister Lehmann mit unserem Gott sammeln durften. Der Apostel sagte hierzu, diese wunderbaren Wege seien nicht immer die Wege, auf denen man ohne Sorgen durch das Leben geht, sondern vielmehr die, auf denen wir Gottes Wunder erleben können. Nach der Ansprache spendete der Apostel dem Jubelpaar den Segen zur goldenen Hochzeit.

Im Anschluss setzte der Apostel den Vorsteher der Gemeinde, Hirte Gunter Müller, in den Ruhestand. Hirte Müller diente insgesamt 41 Jahre als Amtsträger, davon 35 Jahre als Vorsteher verschiedener Gemeinden. 1974 wurde er beauftragt, den Gemeinden Leipzig-Engelsdorf und Borsdorf als Vorsteher voranzugehen. 1986 wurde ihm die Leitung der Gemeinde Leipzig-Plagwitz anvertraut. Im Rückblick auf diese langjährige Amtstätigkeit würdigte der Apostel die segenbringende Arbeit des Vorstehers. Besonders die vielen Verzichtsopfer, die er brachte, um die seelsorgerischen Aufgaben erfüllen zu können und die Gemeinde intensiv zu betreuen, waren Merkmal der Arbeit des scheidenden Vorstehers.

Als neuer Vorsteher wurde Evangelist Gerhard Weiß beauftragt, der Gemeinde voranzugehen und im Rahmen einer Gemeindeleitung zusammen mit Evangelist Christian Langheinrich die Gemeinde zu führen. Apostel Bimberg erläuterte der Gemeinde diesen Schritt. Die mit der Leitung einer Gemeinde verbundenen vielfältigen Aufgaben gilt es in der heutigen Zeit in Einklang zu bringen mit den Verpflichtungen in Beruf und Familie. Werden die Aufgaben auf breitere Schultern verteilt, wird diesen Anforderungen Rechnung getragen. Dies möge zur gesegneten weiteren Entwicklung der Gemeinde beitragen, so der Wunsch des Apostels.

Musikalisch wurde der Gottesdienst durch einen abwechslungsreichen Rahmen gestaltet. So wurden neben dem Gemeindechor auch Klänge der Orgel, des Waldhorns sowie des Flügels zu Gehör gebracht. Mit dem Lied "Herr, Herr wir danken dir" setzte der Gemeindechor mit Lob und Dank den Schlusspunkt dieses besonderen Gottesdienstes.